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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - Verwandtschaftsanalyse

Mutter, Vater, Kind - die traditionelle Familie befindet sich in der Auflösung und die Beziehungen untereinander geraten insbesondere dann auf den Prüfstand, wenn es gilt, finanzielle Zuständigkeiten aufzudecken, wie sich jüngst am Beispiel von Brandenburgs Innenminister Rainer Speer zeigt. Doch was passiert, wenn der vermeintliche Vater gar nicht mehr am Leben ist?

Wer ist der Vater?

Das Leben beschreibt zuweilen tragische Volten, wenn etwa der Kindsvater noch vor der Geburt des Kindes verstirbt und damit die Ansprüche auf finanzielle Unterstützung oder Erbschaft zunächst ungeklärt erscheinen. Hilfe bietet in solchen Situationen ein sogenannter Verwandtschaftstest. Dabei kann die Abstammung anhand der DNA-Proben von nahen Verwandten aufgeklärt werden. Dieses Verfahren kann auch gerichtlich angeordnet werden, wenn es zum Streifall kommt. Die Methode gilt als sicherer, als die Analyse von Geweberesten oder Speichelproben an alltäglichen Gegenständen aus dem Umkreis des Verstorbenen, denn deren tatsächliche Zugehörigkeit kann sich zumeist nur noch sehr schwer nachweisen lassen.

Ahnenforschung per DNA-Analyse

Dieses Verfahren ermöglicht sogar die komplexe Rekonstruktion von verwandtschaftlichen Verhältnissen über mehrere Generationen, wenn bisher etwa nur der gleich lautende Familienname als Anhaltspunkt galt. Ganze Familienlinien lassen sich so nach mütterlicher und väterlicher Linie getrennt nachvollziehen. Dieses Verfahren wird üblicherweise bei der Aufklärung von Abstammung im Asylverfahren regelmäßig angewandt. Im privaten Gebrauch ist dieses Verfahren für die geschichtliche Ahnenforschung von Bedeutung, wenn man etwa den Ursprung und die Wanderung seiner Vorfahren und Ahnen nachvollziehen möchte.

Vaterschaft und Sozialbetrug? Der Fall Speer

Der Fall Speer scheint zunehmend von Widersprüchen geprägt. So hatte der Innenminister aus Brandenburg zwar die Vaterschaft seines inzwischen 14-jährigen Kindes mittlerweile anerkannt, nachdem ein Vaterschaftstest keine Zweifel offen ließ, der Mutter soll er aber in dieser Zeit immer wieder finanziell und auch beruflich weiter geholfen haben, während dieser die Unterhaltskosten vom Amt zugesprochen wurden. Derzeit ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der falschen Versicherung an Eides statt. Zwar habe Speer diese Zahlungen jetzt ausgeglichen, doch die Mutmaßungen zum Sozialbetrug scheinen sich zu verdichten.

Analysen lassen tief in die Vergangenheit blicken

Spannend ist allemal, dass die menschliche DNA zu 99,9 Prozent identisch ist. Die individuellen Abweichungen bewegen sich im Bezug auf das menschliche Erbgut also lediglich in einem Bereich von 1 Prozent. Die Vermischung unserer DNA verläuft nach sehr bestimmten Abläufen und Regeln, weshalb sich die Herkunft eben inzwischen auch wissenschaftlich sehr genau nachweisen lässt. Kommt es in diesem Prozess doch einmal zu einem Kopierfehler, spricht man von einer Mutation und genau darin liegt der Schlüssel der Aufklärung.