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Und wie soll es einmal heißen?

Wenig bewegt anstehende Eltern während des sehnsüchtigen Wartens und der Vorfreude auf das Kind mehr als die Namensfrage. Es kommt nicht nur auf die Schönheit und den Wohlklang des Vornamens für das Neugeborene an, betrachtet werden weitaus mehrere Faktoren: Zu welchen hässlichen Spitznamen könnte der Vorname einmal umgewandelt werden? Wie klingt der jeweilige Vorname in Verbindung mit dem Familiennamen? Soll er hell und dynamisch oder lieber kurz und knapp klingen? Spielt für Eltern die Bedeutung und Herkunft des Namens eine Rolle? Und könnte der Vater rein theoretisch seinen Sohn nach seiner Lieblingsfußballmannschaft benennen?

Die Namensfrage des Kindes treibt Eltern zum Teil sogar so weit, Rechtsstreite dafür einzugehen. Eine Mutter wollte ihrem Sohn gleich zwölf Vornamen geben: "Chenekwahow, Tecumseh, Migiskau, Kioma, Ernesto, Inti, Prithibi, Pathar, Chajara, Majim, Henriko und Alessandro", was allerdings vehement abgelehnt wurde. Die Namenswahl hätte dem Kind geschadet und es durch die richtige Schreibweise und Reihenfolge der Namen zu sehr belastet. Zudem sei durch die vielen schwierigen Namen die Selbstidentifikation des Kindes nicht mehr gewährleistet gewesen, so dass ihr letzten Endes lediglich fünf Vornamen gestattet wurden.

Ein weiterer Fall trug sich in der Nähe von Hannover zu: ein Paar wollte seine neugeborene Tochter Emma Tiger nennen, da sie den Namen nach Vorbild Til Schweigers schön und individuell fanden. Das Amtsgericht lehnte Tiger als Vornamen jedoch ab, weil das Wohl des Kindes dadurch gefährdet wäre und der Name nicht eindeutig weiblich wäre. Kurze Zeit später aber hob das Oberlandesgericht das Urteil erneut auf und genehmigte den Namen mit der Begründung, dass durch die Berichterstattung über Til Schweigers Tochter genügend Akzeptanz und Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür vorhanden wäre.

Für die Genehmigung oder Ablehnung von Vornamen verfügt das jeweils zuständige Standesamt über Vorgaben, die es einzuhalten hat. Wolle ein Vater sein Kind zum Beispiel Porsche nennen, wäre dies nicht erlaubt, da es ihn in Deutschland nur als Familiennamen gibt. Mercedes wäre zwar ebenso ein Firmenname, allerdings geht er auf einen weiblichen Vornamen zurück und ist dadurch legitimiert. Kosenamen wie Mausi oder Schatzi sind in Deutschland als Vornamen verboten, seit einiger Zeit ist es jedoch erlaubt, seine Kinder nach Filmfiguren wie Asterix oder Pumuckl zu benennen. Ob dies die 50-jährige Person, die eines Tages aus dem Neugeborenen werden wird, belasten könnte oder nicht, lassen die dafür Zuständigen aber scheinbar außen vor. Obwohl die Hiltons ihre Tochter Paris und die Beckhams ihren Sohn problemlos Brooklyn genannt haben, sind Ortsnamen in Deutschland grundsätzlich nicht als Vornamen für Personen gestattet. Wolle ein Vater sein Kind allerdings auf Manchester United taufen, stände dem wiederum keine Verordnung im Wege.

Trotz aller Kuriosität bilden obige Fälle doch eher die selteneren Fälle, im normalen Leben fällt die Wahl eines Namens laut einer Umfrage in den meisten Fälle nach seinem Klang. An zweiter und dritter Stelle seien die Bedeutung des Namens sowie seine Häufigkeit ausschlaggebend, wobei der Trend in den letzten Jahren wieder eher zu ungewöhnlichen Namen geht. Hat man sich als Paar also einmal auf einen Namen einigen können, kann man sich in Ruhe um alle weiteren Geburtsvorbereitungen kümmern. Und der gewählte Name kann schon einmal auf süße Strampler oder Babyschuhe gedruckt werden. Und es kann kommen!